Archiv für den Monat: Oktober 2014

Mit Brennstollzellen für den Haushalt selbst Strom produzieren

Die Stromkosten belasten die Haushaltskasse alle Verbraucher mehr und mehr. Kein Wunder, dass gerade auf dem Gebiet der günstigen Stromerzeugung findige Erfinder unterwegs sind, die es schaffen mit genialen Ideen die Energiekosten deutlich zu senken. So auch die Firma Sunfire aus Dresden, die eine neuartige Brennstoffzelle für den Haushalt entwickelt hat.

Mit Brennstoffzellen können Privathaushalte selbstständig und unabhängig von jedem Stromanbieter Strom und Wärme produzieren. Das Verfahren ist bereits seit Jahren bekannt und mancherorts durchaus in Gebrauch. Das Problem an dieser alternativen Brennstofftechnologie waren bislang jedoch die teuren Werkstoffe, wie etwa seltene Erden. Der Dresdener Firma Sunfire ist es nun gelungen, diese teuren Werkstoffe durch erheblich günstigere zu ersetzen. So werden für die von den Dresdenern entwickelten Brennstoffzellen die preiswerten Werkstoffen Glas oder Keramik verwendet und machen die hauseigene Stromproduktion damit wesentlich günstiger und attraktiver.

Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Erprobungsphase und die Brennstoffzellen werden in einem bundesweiten Pilotprojekt in Einfamilienhäusern getestet. Das Testergebnis lässt bislang hoffen. So produziert eine Testfamilie aus Apolda mit den neuen Brennstoffzellen ihren kompletten Strom selbst. Die Familie hat keinen Stromanbieter mehr und speist stattdessen alles, was sie nicht selbst verbraucht in das öffentliche Netz ein. Der Strom wird dabei aus Erdgas produziert. Die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme nutzt die Familie für die Heizung und Warmwasserversorgung und spart durch die neuen Brennstoffzellen rund 1.000 Euro im Jahr ein.

Gute Erfindungen haben ihren Preis

Erfindungen, die von ihren Mitarbeitern ins Leben gerufen worden sind, dürfen Unternehmen für sich verwenden, allerdings müssen sie dafür bezahlen. Die Protagonisten können dabei individuell die Höhe fixieren oder Pauschalsysteme vereinbaren.

Das europäische Patentamt in München (Foto: epo.org)

Das europäische Patentamt in München (Foto: epo.org)

Der deutsche Erfindergeist hat mittlerweile eine legendäre Reputation erreicht, was auch aktuelle Statistiken belegen. Beim europäischen Patentamt stammen schließlich 12 % der EU-weiten Erfindungen im Jahr 2013 aus Deutschland. Unter den ersten 10 der sogar weltweit meisten Einreichungen stehen Robert Bosch, BASF und Siemens.

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BroDoMax – für alle, die keine Brotkrusten mögen

Für manche sind die Brotkanten das Beste am Brot. Das gilt jedoch noch längst nicht für alle, denn viele schneiden die Kruste lieber ab. Für alle Krusten-Verschmäher hat Günter Domzal den BroDoMax erfunden. Der praktische Küchenhelfer stanzt die Kruste einfach von der Brotscheibe ab.

Manchmal sind es die kleinen und auf den ersten Blick unscheinbar erscheinenden Erfindungen, die für viele den Alltag ein bisschen einfacher machen. So auch der BroDoMax. Er trennt in Windeseile den Rand von der Brotscheibe und ist eine echte Hilfe für alle, die die Brotkante vor dem Verzehr abschneiden.

Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das jeder gerne und oft genießt. Für die einen ist dabei die Brotkruste das Beste und Leckerste vom ganzen Brot, denn sie ist gesund und knusprig. Andere wiederum verschmähen den knusprigen Rand oder haben Schwierigkeiten mit dem Abbeißen und Kauen. Bislang musste die Brotkruste dann mühselig mit dem Messer abgeschnitten werden und das trägt bei vielen nicht gerade zu einer wahren Begeisterung bei. Mit dem neuen Küchenhelfer BroDoMax ist das Abschneiden der Brotkanten in Zukunft kein Problem mehr. Die Stanzform eignet sich für alle gängigen Brotsorten und scheidet die Kruste in nur einem Arbeitsgang sauber ab. Sie besteht aus einer Stanzklinge und einer lebensmittelechten Kunststoffumrandung, sodass die Finger beim Brotausstanzen optimal geschützt sind.

Der Erfinder Günter Domzal bietet seine Erfindung inzwischen über die eigene Website und im Erfinderladen an. Der praktische Haushaltshelfer BroDoMax ist dort im Zweierpack erhältlich und es bleibt abzuwarten, ob sich das Schmuckstück so richtig durchsetzen kann.

Papierflieger-Maschinenpistole

Schon seit Jahren gibt es für Dieter Michael Krone nur ein großes Hobby – Papierflieger. Das inspirierte ihn zu einer unsinnigen, aber absolut genialen Idee – die Papierflieger-Maschinenpistole.

Das Herz des Düsseldorfer Ingenieurs Dieter Michael Krone schlägt seit Jahren für Papierflieger. Der Betreiber der Website www.papierflieger.de und des gleichnamigen YouTube-Channels weiß so ziemlich alles, was man zum Bau eines flugfähigen Papierfliegers in den unterschiedlichsten Variationen wissen muss. Diese Leidenschaft brachte den findigen Ingenieur auf die Idee, eine Papierflieger-Maschinenpistole zu konstruieren.

Das Design zu dem Gerät mit riesen Spaßfaktor hat Dieter Michael Krone selbst entworfen und den Großteil seiner Papierflieger-Maschinenpistole mit dem 3D-Drucker ausgedruckt. Der Antrieb der genialen MP besteht nach Aussagen des Erfinders aus einem handelsüblichen Akkuschrauber.

In Aktion versetzt die Papierflieger-Maschinenpistole Groß und Klein in wahre Begeisterung. Sie faltet die Papierflieger selbstständig und feuert sie in Windeseile ab. Wie genau die präzise gefalteten Flieger im Inneren der Pistole gefaltet werden, ist von außen jedoch nicht erkennbar und der Erfinder hüllt sich in Schweigen. Er verrät nur so viel, dass dies etwas mit Physik zu tun hat.

Mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten ist die Papierflieger-Maschinenpistole garantiert für alle, die gern mit Papierfliegern schießen ein Feature, das sie gern käuflich erwerben würden. Der Erfinder Dieter Michael Krone hat es mit seiner Papierflieger-Maschinenpistole zwar schon bis ins Fernsehen gebracht, doch ob er das Projekt tatsächlich einmal auf den Markt bringen wird, weiß er derzeit noch nicht. Papierfliegerfans müssen daher erst einmal abwarten.

Gezüchtete Goldkristalle

Goldatome können unter bestimmten Voraussetzungen kristallisieren, doch die genaue Entstehung dieser Kristalle war für lange Zeit ein Mysterium, das auch die Wissenschaftler nicht hundertprozentig erklären konnten. Günter Wolf aus Römerberg ist es gelungen, die sonst so seltenen Goldkristalle im Labor herzustellen.

Weltweit sind Goldkristalle selten, obwohl sie vor allem in der Schmuckindustrie aufgrund ihrer schönen Formen interessant sind. Doch bis heute war die genaue Entstehung der Kristalle auch für die Wissenschaftler noch unbekannt. So hat sich bislang auch niemand Gedanken darüber gemacht, Goldkristalle sozusagen zu züchten. Günter Wolf aus Römerberg im Kreis Ludwighafen hat sich mit dem Stand der Dinge jedoch nicht zufriedengegeben und inzwischen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Goldkristalle herstellen lassen.

Begonnen hat alles damit, dass Günter Wolf schon in den 1990-er Jahren in jahrelanger Arbeit rund 50 g Goldflitter aus der Speyer-Rheinschleife gewaschen hat. Der Physiker hat seinen Minifund im heimischen Labor unzähligen chemischen Wechselbädern unterzogen, bis nach langen Forschungsjahren, eher per Zufall ein Verfahren zur Herstellung von Goldkristallen im Labor dabei herauskam. Durch extremes Auswalzen der Goldpartikel und eine anschließende Säurebehandlung entstehen so die attraktiv geformten Goldkristalle, die vor allem für die Schmuckindustrie von großem Interesse sein dürften, eröffnen sie den Schmuckdesigner doch ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Günter Wolf wurde nun für seine bahnbrechende Entdeckung und Erfindung im Rahmen der „Innovationen in Rheinland-Pfalz – Erfindungen für die Zukunft“ als bester Erfinder 2014 aus Rheinland-Pfalz geehrt.

Traubensortierer

Auch nach der Traubenernte fallen unzählige und zeitaufwendige Arbeitsschritte an, um die Trauben so zu sortieren, dass am Ende nur die besten reifen Trauben zur Weinherstellung übrig bleiben. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde nun in Gemeinschaftsarbeit der Hochschule Geisenheim und dem Fraunhofer-Institut Karlsruhe für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) ein Traubensortierer entwickelt, der diese Arbeit in Zukunft wesentlich vereinfachen und schneller machen wird.

Zur Herstellung eines guten Weines sollen möglichst nur die besten und vor allem nur reife Beeren verwendet werden. Nach der Traubenernte müssen die Beeren daher mühselig von Hand verlesen werden. Der neu entwickelte Traubensortierer wird diese Arbeit in Zukunft wesentlich vereinfachen. In dem von der Hochschule Geisenheim gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut Karlsruhe für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) entwickelten Gerät laufen die Trauben mit einer Geschwindigkeit von 3 m pro Sekunde über ein Sortierband. Darüber befindet sich eine Hochleistungskamera, welche von den einzelnen Trauben 18.000 Bilder pro Sekunde schießt. Anhand der unterschiedlichen Farbnuancen erkennt eine spezielle Auswertungssoftware innerhalb von Millisekunden den Reifezustand jeder einzelnen Beere. Unreife, faule oder schimmelige Beeren, Blätter und Steine werden mit Druckluft aussortiert, während die reifen Beeren in einem Auffangbehälter landen. Insoweit bringt der neu erfundene Traubensortierer bereits auf seinem derzeitigen Entwicklungsstand viele Vorteile. Das Aussortieren der Früchte benötigt weniger Zeit und nur ein Mann kann die Maschine bedienen.

In Zukunft soll der Traubensortierer jedoch noch weiter entwickelt werden. So ist es denkbar, die Beeren außer nach ihrem Reifegrad noch nach weiteren Kriterien zu sortieren. Die Forscher denken dabei unter anderem daran, Trauben nach ihrem Zuckergehalt sortieren zu lassen. So könnte den Winzern weitere Arbeit erspart bleiben und die Sortierung nach weiteren Qualitätskriterien vereinfacht werden.

Ein-Personen-Schlafauto mit Glaskuppel

Der englische Künstler und Erfinder Dominic Wilcox ist für seine außergewöhnlichen, schrägen und futuristischen Ideen bekannt. Für die Londoner Ausstellung „Dezeen an Mini Frontiers“, die vom 25. Oktober bis zum 15. November in München zu sehen sein wird, hat er ein fahrerloses Auto der ganz besonderen Art gebaut.

Dominic Wilcox ist längst weit über die Grenzen Englands als Künstler, Futurist und Erfinder absolut schräger und futuristischer Ideen bekannt. Viele seiner Ideen bestehen nur als Skizze auf dem Papier, manche setzt der Erfinder jedoch in die Tat um und verblüfft ein begeistertes Publikum damit. Für die Londoner Ausstellung „Dezeen an Mini Frontiers“ hat er einer seiner Ideen umgesetzt und ein fahrerloses Auto der Zukunft gebaut. Dieses ist für eine Person konzipiert und soll nicht nur als Fortbewegungsmittel dienen, sondern ein vollwertiger Lebensraum sein. Wilcox ist überzeugt, dass in Zukunft „Lebensräume auf vier Rädern“ benötigt werden. So ist sein Auto als Schlafauto gestaltet, in dem der Insasse schlafen kann, während das Auto ihn zu seinem Ziel transportiert. Das Ausstellungsstück ist mit seinem einzigartigen Design auch optisch mehr als interessant, dient als Dach des kugeligen Autos doch eine Kathedralen-Kuppel aus Buntglas.

Der Künstler ist von seiner Zukunftsvision überzeugt und hat bereits für das Jahr 2059 eine Website (taxirobot.co.uk) designt, auf der dann seine Schlaf- und Lebensraum-Autos ganz nach Wunsch in sechs verschiedenen Designs zusammengestellt und bestellt werden könnten. Vom 25. Oktober bis 15. November ist der Prototyp des Ein-Personen-Schlafautos mit Glaskuppel jedoch erst einmal in München zu bewundern.

Chemie-Nobelpreis für Lichtdirigenten

Die „Süddeutsche Zeitung“ porträtierte jetzt die Chemie-Nobelpreisträger, die mit ihrer Erfindung die Gesetze der Optik ausgetrickst haben und Strukturen sichtbar machen können, die kleiner sind als die Lichtwellenlänge. Dies schien lange Zeit unmöglich.

Chemie-Nobelpreis: Das Prinzip der Einzelmolekül-Mikroskopie (Illustration: © Johan Jarnestad/The Royal Swedish Academy of Sciences)

Chemie-Nobelpreis: Das Prinzip der Einzelmolekül-Mikroskopie (Illustration: © Johan Jarnestad/The Royal Swedish Academy of Sciences)

Das Zauberwort der Lichtdirigenten heißt Nanoskopie, mit dem eine Technik beschrieben wird, mit der kleinste Dinge via Licht abgebildet werden können. Mikroskope können herkömmlicherweise höchstens Zellen sichtbar machen, Nanoskopie hingegen lassen Moleküle erkennen, und zwar nicht an fixierten und isolierten Objekten, wie man es von der Elektronenmikroskopie gewohnt ist, sondern am lebenden Organismus. Måns Ehrenberg vom Stockholmer Nobelkomitee erklärte, dass dies bisher unerreichbare und neue Einblicke erlaube. „Mit dieser Erfindung wird sich die Medizin und Biologie revolutionär entwickeln“, adelte Ehrenberg die diesjährigen Preisträger im Fach Chemie.

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Innentürmuster – Mobile Doors

Beim Innenausbau von Wohnungen und Häusern ist es manchmal gar nicht so einfach, in Bezug auf das Design und die Materialwahl die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das brachte den Besitzer eines Fachhandels für Holzböden und Innentüren auf die Idee Innentürmuster – Mobile Doors – als Entscheidungshilfe für seine Kunden zu konzipieren.

Herr Pani weiß aus eigener Erfahrung, dass viele Bauherren und Kunden sich schwer tun, wenn es darum geht beim Innenausbau ihres Hauses oder ihrer Wohnung Böden und Innentüren so auszuwählen, dass das Design und die Material- und Holzart zum Wohnungsdesign passen und auch nach Jahren noch den eigenen Geschmack trifft. Im Showroom der Fachgeschäfte fehlt vielen Kunden einfach das Vorstellungsvermögen, um sich die Wirkung einer bestimmten Tür in der heimischen Umgebung plastisch vorstellen zu können. Der Transport der Holztüren zu Vorführungszwecken direkt zum Kunden nach Hause ist hingegen zeitaufwendig, umständlich und teuer. Das brachte den Inhaber eines Fachgeschäfts für Holzböden und Innentüren auf die Idee seiner Innentürmuster.

Dieses basiert auf einem Foto der entsprechenden Türen in Originalgröße. Vor Ort wird das Foto dann in einen Steckrahmen gespannt, sodass der Kunde direkt am zukünftigen Standort das passende Türdesign auswählen kann. Der Erfinder beabsichtigt zudem, seine Innentürmuster als fest in einem Rahmen eingespannte Fotomontagen auf den Markt zu bringen. Diese könnten dann zwar nicht direkt zum Kunden gebracht werden, sind aber für Fachhändler mit geringer Ausstellungsfläche eine praktische und kostengünstige Alternative.

Impfstoff als Creme

Die Forscher des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung in Braunschweig haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, Impfstoffe in Cremes einzubringen und so die unangenehmen Spritzen zu ersetzen.

Die lästige und unangenehme Spritze beim Impfen könnte in Zukunft der Vergangenheit angehören, denn die Forscher rund um Claus-Michael Lehr, Leiter des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung in Braunschweig, haben eine Möglichkeit entwickelt, Impfstoffe als Creme zu verabreichen. Nicht nur für Kinder wäre dies ein wahrer Segen, denn auch viele Erwachsene haben Angst vor Spritzen und nehmen nicht selten deshalb wichtige Impftermine nicht wahr.

Bei dem neuen Verfahren sorgen winzige Nanopartikel dafür, dass der Impfstoff in den Organismus gelangt. Impfcremes hätten aber nicht nur den Vorteil der in Zukunft überflüssigen Spritzen, sondern sind zudem auch äußerst einfach in ihrer Handhabung und vor allem bedeutend kostengünstiger in der Herstellung. Die Forscher sind optimistisch, dass die Impfcreme in Zukunft das herkömmliche Impfverfahren ablösen wird, denn auch die Gefahr von Infektionen könnte durch das einfache Aufbringen von Creme auf die Haut wesentlich verringert werden. Vor allem bei der Impfung von Kindern und beim Einsatz in den Entwicklungsländern sehen die Forscher für das neue Verfahren eine große Zukunft.

Derzeit ist das neue Creme-Verfahren jedoch erst in der präklinischen Studie erforscht worden und der Optimismus der Forscher stützt sich lediglich auf die positiven Ergebnisse in Versuchen an Tieren. Ob sich diese auch in der klinischen Studie, also bei der Erprobung am Menschen bestätigen, bleibt abzuwarten.