Archiv für den Monat: Februar 2015

Patent für Flutschutzerfindung

Jens Kunze hat zum Befüllen von Sandsäcken ein Gerät erfunden, von dem Kunden aus ganz Europa begeistert sind. Die raffinierte Entwicklung aus St. Egidien nimmt schon reißenden Absatz.

Füllmexx hilft bei Hochwasser (Foto: M. Großmann  / pixelio.de)

Füllmexx hilft bei Hochwasser (Foto: M. Großmann / pixelio.de)

Jens Kunze ist am Ufer des Lungwitzbachs fünf Tage lang herauf und herunter gelaufen. Der freiwillige Feuerwehrmann aus St. Egidien muss viele Sandsäcke füllen, sie tragen und dann zu Flutschutzwällen aufschichten. Anschließend bekommt er einen Kollaps: „Ich wurde durchgeschüttelt, tagelang lag ich flach!“

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Meerrettich zur Abwasserreinigung und als Helfer bei der Diagnostik

Meerrettich – in Österreich auch Kren genannt – ist ein fester Bestandteil der österreichischen Küche. Nun fand ein Forscherteam der TU Graz heraus, dass die im Meerrettich enthaltenen Enzyme bei der Diagnostik helfen und zur Abwasserreinigung eingesetzt werden können.

Meerrettich ist nicht nur in der österreichischen Küche ein fester und schmackhafter Bestandteil. Auch für die Industrie ist er überaus interessant, denn Meerrettich enthält neben vielen Vitaminen verschiedene ätherische Öle, die durch die enthaltenen Enzyme antibakteriell wirken. Ein Forscherteam der TU Graz hat nun herausgefunden, dass dabei den sogenannten Kren-Perioxidasen eine besondere Bedeutung zukommt. Die Forscher fanden heraus, dass sie in der Diagnostik zum Beispiel dabei helfen können nach Impfungen die gebildeten Antikörper nachzuweisen, oder festzustellen, wie lange die Impfung noch wirkt. Doch das Meerrettich Enzym kann noch mehr. So kann es auch in der Abwasserreinigung eingesetzt werden. Dort sorgt es dafür, dass Hormone und andere Verunreinigungen aus dem Wasser entfernt werden.

Problematisch ist jedoch die große Menge Meerrettich, die benötigt wird, um die hilfreichen Kren-Enzyme zu gewinnen. In einem Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Austrian Center of Industrial Biotechnology (acib) und dem NAWI Graz Doktoratskollegium „DK Molekulare Enzymologie“ wurden inzwischen 28 verschiedene Kren-Enzyme entdeckt, die nun biotechnologisch hergestellt werden sollen. Dazu wurden zwei Patente angemeldet, bei denen Hefe als Wirt zur Enzymproduktion eingesetzt werden soll.

Um die patentierte Produktion von Kren-Enzym in Gang zu setzen, wird das Projekt nun mit 100.000 Euro vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Austria Wirtschaftsservice GmbH gefördert.

Neues Patent zur Erkennung von Fingerabdrücken

Sensoren am Smartphone zur Erkennung von Fingerabdrücken sind keine Neuerung – die Erkennung von Fingerabdrücken direkt auf dem Touchscreen schon. Genau dafür bekam das südkoreanische Unternehmen CrucialTec jetzt das Patent zugesprochen und könnte das Verfahren damit in Zukunft revolutionieren.

Bisher erfolgt die Erkennung von Fingerabdrücken via Smartphone über spezielle Sensorfelder. So steckt etwa der Fingerabdrucksensor im iPhone 6 oder im Samsung Galaxy S5 im Homebutton, direkt unter dem Display. Doch wie komfortabel die Erkennung funktioniert, hängt von der Größe und Formgebung des Sensorfeldes ab. Bei anderen Geräten befindet sich der Fingerabdrucksensor in einem speziellen Feld unterhalb der Kamera auf der Rückseite. Doch das alles könnte schon bald zur Technik von gestern gehören, denn das südkoreanische Unternehmen CrucialTec hat ein Verfahren entwickelt, bei dem die Fingerabdruckerkennung direkt über den Touchscreen möglich ist. Dafür erhielt das Unternehmen nun das Patent. Mit der neuen Entwicklung könnten spezielle Felder zur Fingerabdruckerkennung in Zukunft wegfallen und damit der Platz rund um das Display noch weiter reduziert werden.

CrucialTec hat bereits Erfahrung mit der Herstellung von Fingerabdrucksensoren und stellt diese zum Beispiel für Huawei und Oppo her. Doch auch Apple hat inzwischen ein ähnliches Patent eingereicht, sodass die Technik zur Erkennung von Fingerabdrücken via Smartphone in Zukunft bei allen Herstellern dem jetzt erteilten Patent von CrucialTec ähneln wird. Ob es wegen der Patente von CrucialTec und Apple zu Problemen zwischen den beiden Unternehmen kommen wird, kann derzeit noch niemand sagen.

Software-Erfinder Dr. Michael Deubzer – einer der zehn besten Innovatoren Deutschlands

Der Software-Entwickler Dr. Michael Deubzer wurde mit einem Innovationspreis ausgezeichnet, den bereits vor ihm Larry Page und Mark Zuckerberg erhielten. Seinen großen Erfolg hat Deubzer seinen Software-Entwicklungen zu verdanken, mit denen viele auf den ersten Blick vielleicht nichts anfangen können, die aber unser aller Leben nachhaltig verändern.

Dr. Michael Deubzer ist Inhaber und führender Kopf der Regensburger IT-Firma Timing-Architecs. Seine Software-Entwicklungen sorgen dafür, dass beispielsweise moderne Autos mehr und mehr über intelligente Software gesteuert werden. So funktionieret schon heute Motorsteuerung, Airbag oder auch Notbrems- und Spurhalteassistenten über integrierte Rechner mit einer von Deubzer entwickelten Software. Schon gleich nach seiner Promotion gründete der 31-jährige Erfinder zusammen mit seinem Kollegen Professor Dr. Martin Hobelsberger das Unternehmen und widmet sich seitdem mit Akribie und aller Kraft der Entwicklung neuer und lebenserleichternder Software-Programme.

Nun wurde der Erfinder für seine Entwicklungen und seinen Einsatz im Bereich der Software-Entwicklung ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhielt er vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge als einer der zehn besten deutschen Innovatoren unter 35 Jahren. Zudem bekam Deubzer den „TR35“. Das ist der Nachwuchspreis der deutschen Ausgabe des Innovationsmagazins „MIT Technology Review“. Mit dem Preis werden Entwickler, Forscher und Unternehmensgründer ausgezeichnet, „deren Ideen unser Leben verändern werden“. Mit dieser Auszeichnung befindet sich Deubzer in vielversprechender und vor allem prominenter Gesellschaft, denn zu den internationalen Preisträgern der vergangenen Jahre gehörte auch schon der Google-Gründer Larry Page oder der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Dämmstoffplatten neu aufgearbeitet

Dämmstoffplatten aus Polystyrol werden häufig zur Dämmung von Gebäuden eingesetzt. Nach Umbauten oder Sanierungen wurden diese bisher nach dem Herausreißen entsorgt. Ein kleines Unternehmen aus dem Landkreis Gotha hat nun den Prototyp einer Anlage vorgestellt, mit der das Polystyrol wieder verwendungsfähig gemacht wird.

Polystyrol ist ein Kunststoff, der vornehmlich in Dämmplatten zur Gebäudedämmung eingesetzt wird. Bisher wurden alte Polystyrol-Platten einfach als Baumischabfall verbrannt. Die damit verbundene Materialverschwendung und die Umweltbelastung hat Metin Ludwig dazu veranlasst sich mit der Problematik näher zu befassen und eine neuartige Anlage zu erfinden, mit der das Polystyrol zur erneuten Verwendung wieder aufgearbeitet werden kann. Nun stellte das kleine Unternehmen Xingda GmbH aus dem Landkreis Gotha den Prototypen der neuen Aufbereitungsanlage erstmalig vor, für die der Erfinder bereits das Patent angemeldet hat.

In der neuen Aufbereitungsanlage wird das Polystyrol von allen Fremdstoffen befreit und gereinigt. Anschließend kann es zusammengepresst und zu Granulat, Spritzguss oder zu neuen Verpackungen verarbeitet werden. Alternativ kann der Kunststoff auch zu einem Mahlgut, bestehend aus vielen kleinen Kügelchen, verarbeitet werden, das anschließend in Putz oder Estrich zum Einsatz kommt.

Das neue Aufbereitungsverfahren für Polystyrol ist so vielversprechend, dass bereits jetzt bundesweit Partner und neue Standorte gesucht werden, um weitere Anlagen betreiben zu können. Derzeit beschäftig das kleine Unternehmen vier Mitarbeiter. Aber auch das soll sich in Zukunft ändern, sodass das neue Verfahren nicht nur materialsparend und umweltschonend ist, sondern auch für viele neue Arbeitsplätze sorgen kann.

Erfolgreiche Vermarktung von Erfindungen

Die Kreiszeitung in Buchholz berichtete jetzt über eine Infoveranstaltung im Buchholzer ISI-Zentrum, die das Thema behandelte, wie Erfindungen vor Marken- und Produktpiraterie geschützt werden können. Außerdem wurde auch die Problematik ins Auge gefasst, was Unternehmer bei der Lizenzvergabe und Vermarktung beachten müssen.

Wappnen gegen Produktpiraterie (Foto: Timo Klostermeier  / pixelio.de)

Wappnen gegen Produktpiraterie (Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de)

Antworten auf diese Fragen bekommen interessierte Erfinder bei der INNOHAND-Veranstaltung (mit INNOvationen handeln), die am Mittwoch den 6. März im ISI-Zentrum in Buchholz (Bäckerstraße 6) stattfinden wird.

Tobias Braunsberger und Peter Kuschel vom Erfinderzentrum Norddeutschland (EZN) werden dort den Weg von der Idee bis zur wirtschaftlichen Vermarktung aufzeigen. Erklärt werden auch Fördermöglichkeiten für Innovationsprojekte. Ferner besitzen die Teilnehmer auch die Option, mit den Experten der EZN ein persönliches Beratungsgespräch zu führen. Die Teilnahme ist kostenlos und kann bei der WLH über die Telefonnummer 04181-92360 angemeldet werden.

Google Patent zur Erkennung von Schweißgeruch

Google hat mal wieder ein neues Patent angemeldet. Diesmal will sich das Unternehmen um den Wohlgeruch seiner Nutzer kümmern und meldet das Patent für ein Gerät an, das Schweißgeruch erkennen kann und den Nutzer dann sogar parfümiert.

Der US-Konzern Google hat ein neues Patent für ein Gerät angemeldet, das vor Schweißgeruch warnen soll und den Betroffenen parfümiert, sobald es einen schlechten Geruch signalisiert. Ob das patentierte Gerät letztendlich über als Smartphone, Smartwatch oder Fitnessband konzipiert wird, ist bis dato noch nicht bekannt.

Das Gerät kann natürlich nicht riechen und macht den Schweißgeruch indirekt aus. Es kann beispielsweise auf schlechten Geruch schließen, wenn der Nutzer über einen längeren Zeitraum mit einer erhöhten Geschwindigkeit, wie etwa beim Joggen, unterwegs war. Auch wenn es eine Erhöhung der Körpertemperatur ausmacht, schließt die Google Erfindung auf erhöhte Schweißproduktion und versprüht ihr Parfum. Wird die Nutzung zum Beispiel mit Google Maps kombiniert, kann es auch Freunde lokalisieren, denen man vielleicht mit Schweißgeruch nicht unbedingt begegnen möchte. Das Gerät informiert den Nutzer dann entsprechend und bietet ihm alternative Routen an. Anhand von Musik und Beleuchtung soll es erkennen können, ob ein „romantisches Dinner“ ansteht und dann entsprechend viel Parfum zum Einsatz bringen. Die Menge des Parfums soll individuell steuerbar sein. Alternativ soll sich die Parfümierung ganz abschalten lassen.

Ob und wann das patentierte Gerät tatsächlich auf den Markt kommen wird, steht, wie so häufig bei den Patentanmeldungen der großen Konzerne, noch nicht fest.

Samsung Patentanmeldung zur Erstellung von 3D Modellen

Nachdem Intel, Google und Apple schon dem neuesten 3D-Trend gefolgt sind, darf Samsung natürlich nicht fehlen und hat daher nun ebenfalls ein Patent zur Erstellung von 3D Modellen angemeldet.

Das neue Samsung Patent zur Erstellung von 3D Bildern kann als Antwort auf die Vorstöße von Intel, Google und Apple im Bereich der 3D Darstellungen gewertet werden, denn laut Patentbeschreibung wird es in Zukunft auch mit Samsung Smartphones möglich sein 3D Bilder darzustellen. Die Erzeugung von 3D Bildern ist schon länger ein Thema für die entsprechenden Technologie-Konzerne. So stellte HTC bereits 2013 das One M7 mit zwei Kameras vor, woraufhin Intel mit RealSense die entsprechende Software entwickelte. Ähnliche Projekte gibt es auch bei Google unter dem Namen Tango und Apple hat im Jahr 2013 extra den israelischen Entwickler von 3D Sensoren PrimeSense übernommen.

Ähnlich wie bei dem Google Kameraelement Sphere, soll auch beim Samsung Patent der Nutzer vom Programm geführt werden, um 3D Darstellungen herzustellen. Dazu soll es genaue Anweisungen geben, wie der Nutzer das Smartphone halten muss. Im Anschluss daran messen spezielle Sensoren den genauen Abstand zum Objekt sowie dessen Neigung und Höhe. Die so entstehenden Bilder werden dann an einen Samsung Server weitergeleitet, sodass der Nutzer das Endergebnis direkt vom Server erhält. Der Vorteil dieser Methode zu Erstellung von 3D Bildern liegt darin, dass beim Smartphone oder Tablet auf diese Weise der Akku geschont wird. Vermutlich werden für das neue Verfahren zwei Kameras benötigt. Dies ist jedoch nicht genau aus dem Samsung Patent ersichtlich.

Neues Apple-Patent zur Gebäudenavigation

Apple besitzt bereits ein Patent auf ein Verfahren, mit dem die Innennavigation verbessert werden kann. Nun erhielt der Konzern ein weiteres Patent im Bereich der Gebäudenavigation.

Das Apple Navigationssystem für Gebäude könnte schon bald durch einige neue Features ergänzt werden, denn der Konzern bekam jetzt ein Patent zugesprochen, das bereits 2013 beim US-Patentamt eingereicht wurde. Als Erfinder werden darin Ioan Vlad Uilecan und Sarin Shreyas Mehta genannt. Grundsätzlich geht es bei der Gebäudenavigation um das Problem, dass das normale GPS innerhalb von Gebäuden nicht zuverlässig funktioniert. Das neu erteilte Apple-Patent geht nun über die reine Ortbestimmung innerhalb von Gebäuden hinaus und liefert weitere Informationen zu
Geschäften und sonstigen örtlichen Gegebenheiten. Zudem sammelt es auch Bewegungsdaten von anderen Teilnehmern, sodass es beispielsweise genaue Auskünfte über die Länge von Warteschlangen am Terminal und ähnliche Details erfassen kann und somit eine genaue Terminplanung möglich machen soll. Würde der Nutzer zum Beispiel einen bestimmten Flug nehmen wollen, könnte das neue System durch eine frühzeitige Mitteilung über eine lange Warteschlange informieren und den individuellen Zeitplan somit optimieren.

Als Gerätebasis dient für das neue Patent, wie so oft bei Apple-Patenten, das iPhone. Anders als viele andere Ideen, die sich Apple patentieren lässt, könnte das neue Patent tatsächlich in die Realität umgesetzt werden, denn Apple hat bereits die klare Aussage getroffen, den Bereich der Gebäudenavigation in Zukunft konsequent auszubauen. Es hat sogar schon einige Übernahmen von Firmen mit Erfahrung auf diesem Gebiet gegeben. So zum Beispiel die Firmenübernahme von WifiSLAM, dessen früherer Chef nun bei Apple auf dem Gebiet der Gebäudenavigation tätig ist.

HIV-Test mit dem Smartphone

HIV, Chlamydien, Syphilis oder Tripper sind weltweit verbreitet und nehmen auch in Europa weiterhin zu. Bislang sind aufwendige und teure Bluttests im Labor notwendig, um HIV und andere Infektionskrankheiten nachzuweisen. Nun haben US-Forscher einen einfachen Test entwickelt, der über das Smartphone durchgeführt werden kann und bei der Prävention vor HIV und diversen Geschlechtserkrankungen eine wahre Revolution auslösen könnte.

Infektionskrankheiten wie Syphilis, Chlamydien oder Tripper sind nach wie vor weit verbreitet und auch HIV ist immer noch in allen Teilen der Erde eine Bedrohung. Durch einen Test zur Früherkennung können bereits erfolgte Infektionen besser behandelt und Neuinfektionen verhindert werden. Das war bislang nur durch Bluttests im Labor möglich. Diese sind jedoch aufwendig und vor allem teuer. Nun haben Forscher von der New Yorker Columbia Universität ein Testverfahren entwickelt, das die Früherkennung von HIV und anderen Infektionserkrankungen revolutionieren könnte.

Der neue Test erfolgt über das Smartphone und erkennt zuverlässig HIV- und Syphilis-Erkrankungen. Dazu wird ein kleines Kästchen am Smartphone angebracht, das dem Benutzer ein wenig Blut entnimmt und die Diagnose innerhalb von 15 Minuten stellt. Die Testperson muss dazu lediglich den Finger auf das Kästchen halten. Die notwendige Energie zur Testdurchführung liefert der Handy-Akku. Nicht nur die Einfachheit und Schnelligkeit des neuen Verfahrens ist eine sensationelle Neuerung, auch die Herstellungskosten sind revolutionär. Kostet die Standardausrüstung im Labor zur Durchführung eines entsprechenden Bluttests bislang rund 18.000 Dollar, betragen die Herstellungskosten für den kleinen Smartphone-Test gerade einmal 34 Dollar. Das neue Gerät wurde bereits getestet und liefert bislang hoffnungsvolle Ergebnisse. Der neue Test könnte also schon bald in Regionen eingesetzt werden, wo HIV und Syphilis weit verbreitet sind und dort die Infektionsgefahr wesentlich verringern.