Kategorie-Archiv: Chemie

Neue Polymere zur Herstellung von künstlichen Blutgefäßen

Forscher von der TU Wien und von der Medizinischen Universität Wien haben in einem Gemeinschaftsprojekt neue Polymere zur Herstellung von künstlichen Blutgefäßen entwickelt. Zwar können die künstlichen Blutgefäße noch nicht bei Menschen eingesetzt werden, doch wurde die Entwicklung bereits jetzt mit einer PRIZE Prototypenförderung ausgezeichnet.

Arteriosklerotische Gefäßerkrankungen gehören in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Meist kann das Leben der Erkrankten nur durch eine Bypass-Operation gerettet werden. Dazu werden dem Patienten bislang gesunde Blutgefäße entnommen und statt der geschädigten Gefäße implantiert. Nun haben Forscher der TU Wien und der Medizinischen Universität Wien in einem gemeinsamen Projekt neue Polymere entwickelt, die in Zukunft das Leben vieler Patienten retten könnten.

Die Gefäßprothesen aus dem neuen Material werden in einem elektrischen Feld zu feinen Fäden gesponnen, die anschließend auf einer Spule aufgewickelt. Versuche an Ratten haben gezeigt, dass das neue Material den natürlichen Blutgefäßen sehr ähnlich ist. Die künstlichen Gefäßwände sind porös, sodass nach der Implantation zunächst ein wenig Blut durchsickern kann. So reichern sich in der künstlichen Gefäßwand Wachstumsfaktoren an, die das Einwandern von Körperzellen begünstigen. Im Laufe der Zeit wächst das körpereigene Gewebe auf diese Art nach, sodass die künstlichen Blutgefäße nach und nach in körpereigene Gefäße umgewandelt werden. Versuche an Ratten waren bisher sehr erfolgreich, sodass die Forscher die Hoffnung haben schon bald die künstlichen Blutgefäße auch beim Menschen einsetzen zu können und damit vielen Patienten mit arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen das Leben zu retten.

Chemie-Nobelpreis für Lichtdirigenten

Die „Süddeutsche Zeitung“ porträtierte jetzt die Chemie-Nobelpreisträger, die mit ihrer Erfindung die Gesetze der Optik ausgetrickst haben und Strukturen sichtbar machen können, die kleiner sind als die Lichtwellenlänge. Dies schien lange Zeit unmöglich.

Chemie-Nobelpreis: Das Prinzip der Einzelmolekül-Mikroskopie (Illustration: © Johan Jarnestad/The Royal Swedish Academy of Sciences)

Chemie-Nobelpreis: Das Prinzip der Einzelmolekül-Mikroskopie (Illustration: © Johan Jarnestad/The Royal Swedish Academy of Sciences)

Das Zauberwort der Lichtdirigenten heißt Nanoskopie, mit dem eine Technik beschrieben wird, mit der kleinste Dinge via Licht abgebildet werden können. Mikroskope können herkömmlicherweise höchstens Zellen sichtbar machen, Nanoskopie hingegen lassen Moleküle erkennen, und zwar nicht an fixierten und isolierten Objekten, wie man es von der Elektronenmikroskopie gewohnt ist, sondern am lebenden Organismus. Måns Ehrenberg vom Stockholmer Nobelkomitee erklärte, dass dies bisher unerreichbare und neue Einblicke erlaube. „Mit dieser Erfindung wird sich die Medizin und Biologie revolutionär entwickeln“, adelte Ehrenberg die diesjährigen Preisträger im Fach Chemie.

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