Neu entwickelte Legierung für metallisches Glas

An der Universität des Saarlandes wurde von Professor Ralf Busch in Zusammenarbeit mit Jochen Heinrich eine neue Legierung entwickelt, mit der sich metallisches Glas herstellen lässt. Die Patentverwertungsagentur der Hochschule hat die Neuentwicklung gleich in mehreren Ländern zum Patent angemeldet und der Technologiekonzern Heraeus aus Hessen hat nun die Lizenz erworben.

Glas wird normalerweise aus Quarz hergestellt. Wissenschaftler an der Saarländischen Universität haben nun ein Verfahren entwickelt, das es erlaubt glasartige Materialien auch aus Metall herzustellen. Das sogenannte metallische Glas eignet sich hervorragend als Konstruktionswerkstoff, denn es ist fest wie Stahl, gleichzeitig aber auch formbar, weil es hoch elastisch ist. Das neue Material lässt sich genauso einfach verarbeiten wie Kunststoff oder Silikatschmelzen. Ohne eine notwendige Nachbearbeitung kann es direkt in eine Endform gegossen werden, denn das neue Material ist zähflüssig und kristallisiert nur sehr langsam.

Ralf Busch, Professor für metallische Werkstoffe, fand zusammen mit seinem ehemaligen Doktoranden Jochen Heinrich heraus, dass sich Mischungen aus Metallatomen in verschiedenen Größen bestens zur Glasherstellung eignen. Und so tüftelten sie an der optimalen Zusammensetzung. Heraus kam eine Zirkon-Niob-Legierung, in der auch Kupfer und Aluminium enthalten sind. Die neue Legierung könnte vor allem in Bauteilen von Tablets oder Smartphones zum Einsatz kommen. Doch auch die Verwendung als Getriebezahnrad oder mechanische Feder wäre durchaus denkbar. Die Neuentwicklung scheint schon jetzt für die Wirtschaft interessant zu sein, denn der hessische Technologiekonzern Heraeus erwarb jetzt die Lizenz.

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