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Karl Weber – Erfinden ist Fleißarbeit

Karl Weber ist 69 Jahre alt und betätigt sich seit 40 Jahren als Industriedesigner und Erfinder. Er hat zwölf Patente und trotzdem gehört Karl Weber nicht zu den Erfindern, die allerorts bekannt und für ihre Erfindungen gerühmt werden. Er erklärt, was einen Erfinder tatsächlich zu seinen Tüfteleien antreibt.

Zu Beginn einer jeder Erfindung steht ein Problem, welches der Tüftler und Erfinder unter allen Umständen lösen möchte. Bis zu einem gewissen Grad sind Erfinder tatsächlich besessen von ihren Ideen und von ihrer Arbeit. Das kann auch der Erfinder Karl Weber nur bestätigen. Der 69-Jährige besitzt zwölf Patente und ist mit seinen Erfindungen zwar nicht weltberühmt, aber durchaus erfolgreich. So hat Weber Patente in Medizinaltechnik, für Verpackungen und Transporthilfen oder auch für eine Caravan-Antenne. Seine erfolgreichste Erfindung ist der Veloständer Pedalparc. Er steht mittlerweile an immerhin 150 Schweizer S-Bahnhöfen.

Trotzdem kennt auch Karl Weber das Scheitern nur zu gut. Für ihn ist das jedoch kein Makel, sondern nur der Anlass den nächsten Schritt in Richtung Ziel zu wagen. In den siebziger Jahren hat Weber eine Blindenuhr erfunden. Durch eine Armbewegung wissen Blinde sofort, wie spät es ist. Dazu sendet die Blindenuhr Impulse an das Handgelenk. Das alles hört sich genial an und ist es auch. Trotzdem wollte sich bislang niemand dafür wirklich interessieren. Für Blindenverbände und Uhrenhersteller war die Webersche Blindenuhr schlicht zu teuer in ihrer Herstellung. Jetzt, rund 40 Jahre später, nimmt Weber seine Idee wieder auf und hofft endlich damit Erfolg zu haben, denn heutzutage kosten die Bauteile der ehemals zu teuren Uhr nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Kosten. Für Weber steht fest: Wer als Erfinder Erfolg haben möchte, muss dafür in erster Linie viel Fleißarbeit leisten.

Vakuumgreifer für flache und gewölbte Oberflächen

Die Verpackung von pharmazeutischen und medizintechnischen Produkten muss unter absolut hygienischen Bedingungen erfolgen. Ein Forscherteam von der Technischen Universität Ilmenau hat nur einen Vakuumgreifer für flache und gewölbte Oberflächen entwickelt, mit dem das Hygienerisiko bei der Verpackung medizintechnischer und pharmazeutischer Produkte minimiert werden kann.

Pharmazeutische und medizintechnische Produkte müssen unter absolut hygienischen Bedingungen verpackt werden. Um das Hygienerisiko möglichst gering zu halten, erfolgt die Verpackung derartiger Produkte in aller Regel maschinell, dennoch bleibt immer ein Restrisiko bestehen. Das Forscherteam Prof. Lena Zentner, Christian Keller und Stefan Griebel von der Technischen Universität Ilmenau hat nun einen Vakuumgreifer zur hygienischen Verpackung pharmazeutischer und medizintechnischer Produkte entwickelt. Das neue Greifobjekt der Thüringer Wissenschaftler ist gleichermaßen für flache und gewölbte Oberflächen geeignet. Der Greiferboden besteht aus Kunststoff und kann sich automatisch an unterschiedlich gewölbte Gegenstände anpassen und anschmiegen. So kann das Hygienerisiko bei der Verpackung von medizintechnischen und pharmazeutischen Produkten der verschiedensten Art um ein Vielfaches verringert werden.

Auf der internationale Fachmesse iENA („Ideen – Erfindungen – Neuheiten“) wurden unter mehr 700 Bewerbern die Wissenschaftler aller Thüringer Hochschulen insgesamt mit sieben Gold-, fünf Silber- und zwei Bronzemedaillen ausgezeichnet. Prof. Lena Zentner vom Fachbereich Mechanismentechnik der Technischen Universität Ilmenau erhielt zusammen mit ihrem Team für den Vakuumgreifer für flache und gewölbte Oberflächen eine der Goldmedaillen. Die Teamleiterin Prof. Zentner erhielt zudem den European Women Inventors Award, mit dem herausragende weibliche Wissenschaftler für ihre Erfindungen von der weltgrößten Erfindermesse iENA geehrt werden.

Aufblasbare Verpackungen

Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis die geniale Idee des Österreichers Wolfgang Oswald endlich doch zu Erfolg zu werden scheint. Er erfand aufblasbare Verpackungen, die so einige Vorteile mit sich bringen.

Der mittlerweile 52 Jahre alte Wolfgang Oswald aus Österreich hatte die Idee zu seiner Erfindung bereits mit 23 Jahren. Damals arbeitete er im Pokalhandel des Vaters mit. Beim Versand der Pokale kam es immer wieder zu Bruchbeschädigungen und das herkömmliche Verpackungsmaterial erzeugte selbstverständlich auch viel Müll und benötigte viel Platz. Diese Dinge brachten den damals 23-jährigen auf die Idee, eine aufblasbare Verpackung zu konstruieren. Inspiriert dazu haben ihn Kinder, die er beim Schwimmen mit Schwimmflügeln beobachtete.

Nach dem Tod des Vaters unterbrach der Erfinder sein Studium der technischen Mathematik und übernahm das väterliche Unternehmen, seine Idee der aufblasbaren Verpackung trat daher in den Hintergrund. In den 1990-er startete Oswald dann einen neuen Versuch. Doch auch dieser scheiterte aufgrund des finanziellen Aufwands. So ist es ihm schließlich erst jetzt mit der finanziellen Unterstützung eines Freundes gelungen, seine Idee in die Tat umzusetzen und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die aufblasbaren Verpackungen zum Erfolg werden. Selbst Firmen wie Apple und Laica zeigen Interesse.

Die Verpackungen können aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden, benötigen wenig Platz, sind überaus stabil und schützen das Verpackungsgut optimal gegen Bruchbeschädigungen, denn das Verpackungsgut schwebt wie in einem Luftballon, umgeben von einem Luftpolster, in der Verpackung.